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damago GmbH

"Bleib du mal in diesem Beruf, du hast ein gutes Herz.“ - dama.go Absolventin Sefa Günes im Interview

Sefa Günes, 21 Jahre, ist Absolventin der Ausbildung zur Pflegehelferin. Sie hat in den vergangenen 3 Monaten die Weiterbildungen Betreuungsassistentin und Behandlungspflege LG1+2 absolviert. Wir wollten von ihr wissen, wie es nach der dama.go für sie weitergeht.

 

Guten Tag Frau Günes, schön dass Sie da sind und sich Zeit genommen haben, mit mir zu sprechen. Wie geht es Ihnen? 
Mir geht’s gut aber ich bin etwas aufgeregt. Ich habe jetzt gleich im Anschluss meine mündliche Abschlussprüfung. Und morgen beginnt dann mein Praktikum. Deswegen bin ich etwas nervös

Was haben Sie denn vor Ihrer Weiterbildung hier bei der dama.go gemacht?
Vorher habe ich im Krankenhaus eine 1-jährige Ausbildung zu Pflegefachassistentin angefangen. Da bin ich allerdings mit dem Stoff nicht zurechtgekommen, das war mir zu schwer und ich habe die Ausbildung abgebrochen. Danach habe ich dann die dama.go im Internet gefunden und ich bin hier wirklich sehr zufrieden. Ich habe hier mehr Stoff gelernt als beispielsweise in meiner vorherigen Schulzeit. Ich will auch die Dozenten loben. Sie haben uns allen sehr viel geholfen und der Unterrichtsstoff wurde immer wiederholt. Ich habe aber auch aus dem Büro, also von Frau und Herrn Borkhofer viel Hilfe bekommen. Und dadurch hat das dann alles geklappt.

Was war denn von all den Dingen, die Sie hier erlebt haben das Wichtigste während Ihrer Weiterbildung für Sie?
Einerseits war das der Zusammenhalt in den Klassen. Es wurde zusammen gegessen, gelacht und auch geweint. Das habe ich vorher so noch nicht erlebt. Und auch, dass man mir die Möglichkeit gegeben hat, obwohl ich langsam lerne. Ich bin frühgeboren und habe immer schon seit der ersten Klasse langsam gelernt. Ich bin sehr froh, dass man mir die Chance gegeben hat, sodass ich diesen Beruf nun ausüben kann. Woanders wurde mir diese Chance nicht gegeben. Hier hat man sich mit mir hingesetzt, gelernt, auch wenn ich nicht sofort wusste wie alles genau funktioniert und was ich machen sollte. Es wurde wiederholt und wiederholt bis ich es verstanden habe. Ich finde das lobenswert, dass man Menschen, die langsamer lernen oder andere Behinderungen haben hier eine Möglichkeit gibt in den Beruf einzusteigen. Eine andere Teilnehmerin beispielsweise, die im Rollstuhl sitzt und jeden Tag mit dem Bus zum Unterricht kommt wird hier wirklich von allen unterstützt. Ich wollte immer eine Ausbildung in der Tasche haben, ohne Ausbildung geht es heute einfach nicht. Das Arbeitsamt hat mir keine Unterstützung gegeben, diesen Lehrgang zu bezahlen. Mir wurde gesagt, dass wäre nichts für mich, ich solle mir etwas Anderes suchen. Zum Glück haben aber Frau und Herr Borkhofer an mich geglaubt, sodass ich ein Stipendium von der dama.go bekommen habe. Da bin ich wirklich sehr froh drüber. 

Das freut uns sehr, dass Sie mit solch einem positiven Gefühl aus Ihrer Weiterbildung kommen. Warum haben Sie sich eigentlich für genau diese Weiterbildung, Betreuungsassistentin und Behandlungspflege LG1+2 bei uns entschieden?
Ich wollte mit Menschen zusammenarbeiten und dieser Bezug fehlte mir oftmals im Krankenhaus. Patienten wechseln dort nun mal sehr häufig. Manche mit denen ich mich sehr gut verstanden habe sind leider verstorben, einige die ich begleitet habe hatten auch Krebs. Ich erinnere mich ganz genau an eine Frau, die neben mir verstorben ist. Sie meinte zu mir: „Bleib du mal in diesem Beruf, du hast ein gutes Herz.“ Das hat mich ziemlich berührt und ist bis heute bei mir geblieben. Und jetzt möchte ich gerne in einem Altenheim arbeiten um zu sehen wie das so sein wird. 

Und wo werden Sie nun Ihr Praktikum absolvieren?
In Meiderich, beim Evangelischen Christophoruswerk e.V.. Ich freu mich da schon sehr drauf. Ich kenne schon einige der Leute mit denen ich dort arbeiten werde. Der Chef hat mir bereits gesagt, dass er morgen direkt mit mir durch die Einrichtung gehen und mir alles zeigen will.

Das klingt doch so, als würde einem guten Praktikumsstart nichts im Weg stehen.
Nunja, ich bin schon etwas aufgeregt wegen morgen, weil ich da auch viele neue Gesichter sehen werde und ich weiß noch nicht wie das sein wird. Aber ich glaube schon, dass das klappen wird. Ich habe vorher auch schon im Krankenhaus gearbeitet, dann werde ich das jetzt auch schaffen. 

Wo haben Sie im Krankenhaus gearbeitet?
Das war in Dinslaken im St. Vinzenz-Hospital. Dort hat auch meine Mutter gearbeitet.

Das heißt, die Arbeit in diesem Bereich liegt bei Ihnen sozusagen in der Familie. Wissen Sie schon, wie es nach dem Praktikum beruflich für Sie weitergehen wird? 
Ich lasse jetzt erstmal das Praktikum auf mich zukommen. Meine Ansprechpartner im Christophoruswerk haben mir gesagt, dass ich eine engagierte junge Frau bin, und ihnen mein Lebenslauf sehr gefällt. Wenn es mir dort gefällt kann ich nach dem Praktikum direkt dableiben. Ich bekäme einen Arbeitsvertrag und könnte direkt anfangen dort zu arbeiten.

Wie genau sind Sie denn an die Praktikumsstelle im Christophoruswerk gekommen? 
Über meine kleine Schwester und über meine Schwägerin. Sie ist examinierte Fachkraft und hat dort auch ein Praktikum gemacht. Ich war dort im Haus dadurch schon bekannt und daher wurde mir direkt die Möglichkeit eines Praktikums angeboten.

Ich glaube Sie sind da tatsächlich in dem Beruf genau an der richtigen Stelle.
Man hat in diesem Beruf auch manchmal sehr viel Stress. Aber Ich versuche immer auf die Leute zuzugehen und Ihnen zuzuhören. Wenn man den Patienten nicht genug Zeit und Aufmerksamkeit widmet, dann bekommen die das natürlich sofort mit. Die Menschen brauchen oftmals jemanden zum Reden, über Ihre Sorgen oder Geschichten von früher, vom Krieg. Und das interessiert mich nun mal auch. Man soll nun mal nicht nur beobachten, sondern auch neben den Menschen sein.

Wie werden Sie denn, neben Ihrer persönlichen Herangehensweise, das Fachwissen, dass Sie hier bei uns im Unterricht gelernt haben, im Praktikum und dann später auch im neuen Job anwenden können?
Ich hab hier bei der dama.go sehr viel gelernt. Ich wusste vorher z.B. nicht wie man einen Verbandswechsel bei einer PEG durchführt. Und jetzt vor einigen Tagen habe ich es sehr gut hinbekommen und wurde sogar vor der ganzen Klasse gelobt. Ich hoffe, dass ich das heute in meiner praktischen Prüfung auch wieder schaffe. Wir haben auch das richtige Einstellen von Insulin gelernt, wo die richtigen Angaben dafür in den Patientenakten zu finden sind, leichtere Techniken zum An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen, rückenschonendes Arbeiten. All diese praktischen Übungen werde ich direkt anwenden können.

Sie scheinen sehr gut vorbereitet zu sein.
Ich kann die dama.go nur weiterempfehlen. Frau und Herr Borkhofer haben ein großes Herz und immer ein offenes Ohr, wenn man mal Probleme hat. 

Dann möchte ich direkt mal ein ganz großes Lob an Sie zurückgegeben. So wie wir Sie hier während Ihrer Weiterbildung kennengelernt haben und wie Sie sich engagiert und im Unterricht mitgearbeitet haben ist super und Sie werden eine tolle Ergänzung für jedes Team in das Sie kommen werden. Was würden Sie anderen Menschen, die auf Jobsuche sind, mit auf den Weg geben?
Ich würde anderen Leute, die einen Job suchen, empfehlen, eine Weiterbildung oder sogar eine Ausbildung zu machen. Manchmal sind es diese fehlenden Qualifikationen die den Weg zum Job versperren. Ich sehe und kenne so viele Jugendliche, die nichts mit Ihrem Leben anzufangen wissen und ich bin froh, dass ich nun nichtmehr dazu gehöre. Ich finde es wichtig, für mein Geld zu arbeiten, auch wenn es schwer ist, anstatt dass es mir in Schoß fällt oder ich es von meiner Mutter oder dem Staat bekomme. Man sollte nie im Leben aufgeben.